Jabuti 2023

06 Dez 2023

Nachgelassene Erzählungen des 2017 verstorbenen Jão Gilberto Noll sind mit dem diesjährigen Prêmio Jabuti ausgezeichnet worden. Zum »Buch des Jahres« wurde der Lyrikband »Engenheiro Fantasma« von Fabrício Corsaletti gekürt. Der mittlerweile ins Spanische und Englische übersetzte Roman »Marron e Amarelo« von Paulo Scott erhielt die Auszeichnung als »Bestes im Ausland erschienenes Buch«.

Insgesamt standen mehr als 4000 Neuerscheinungen im Wettbewerb um den renommiertesten brasilianischen Literaturpreis. In der Kategorie »Literarischer Roman« wurde mit »Os perigos do imperador« von Ruy Castro ein eher historisches Sujet ausgezeichet. Im Finale um diese traditionell meistbeachtete Kategorie standen Patrícia MeloMenos que um«), Cristóvão Tezza (»Beatriz e o poeta«), Sérgio Rodrigues (»A vida futura«) und Geovani MartinsVia Ápia« – soeben auch in deutscher Übersetzung von Nicolai von Schweder-Schreiner auf deutsch erschienen).

Der Prêmio Jabuti wird seit 1958 in diversen Kategorien vergeben. Der Hauptpreis »Buch des Jahres« ist mit 70.000 Reais (nach heutigem Kurs etwa 13.000 Euro) und einer Reise zur Frankfurter Buchmesse dotiert.

Der mit dem Hauptpreis ausgezeichnete Lyrikband »Engenheiro Fantasma« ist ein Zyklus von 56 Sonetten, in denen das lyrische Ich in der Haut von Bob Dylan durch Argentinien reist. Ein Ausnahmewerk der brasilianischen Literatur, wie die Jury urteilt. Der 1978 geborene Fabrício Corsaletti veröffentlichte bisher mehr als 20 Gedichtbände.

Der Roman »Os perigos do imperador« handelt von der wirkilchen Reise des brasilianischen Kaisers Dom Pedro II in die USA zum einhundertsten Unabhängigkeitsjubiläum des Landes, auf der – hier setzt die Fiktion ein – brasilianische Republikaner ein Attentat auf den Monarchen verüben.

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